Die Zeit schreiben
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Die Zeit schreiben

Artikel-Nr 0008127781
  • TitelDie Zeit schreiben
  • Verlagschwabe
  • EinbandartSoftcover
  • Seiten293
CHF16.90

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Produktebeschrieb

Die Zeit schreiben

Produktbeschreibung

Über Zeitsinn und Rhythmen der Literatur

Herbstmesse und Osterfest, Weihnachtstage, Mittsommernacht und etliche andere Zeitmarken bilden das Gerüst einer Kalenderordnung, die unserer säkularen Gegenwart als letzte ernsthafte Form der Frömmigkeit verblieben ist. Die alten Römer handelten (so Karl Philipp Moritz, frei nach Ovid) religiös richtig, indem sie mit der Zeit gingen, sich am Zyklus der Kulte und Festzüge orientierten. ist heute - in einer grenzenlos vernetzten Welt, wo Prozessoren und Maschinen permanent in Betrieb sind - die Pietät gegenüber althergebrachten Sonderzeiten, erst recht aber der Glaube an die ultimative Gerichtsbarkeit von Terminen und deadlines.

Der Umstand, dass es Zeit «gibt», wird in antiken Mythen als erklärungsbedürftiges Wunder behandelt und auf ein kosmisches Theater der Götter zurückgeführt. Auch in Gedichten, Liedern, Dramen und Erzählungen vergeht Zeit; dies meist in einer sorgfältig angeordneten Weise, als wohlgeformte, in sich gegliederte Abfolge. Die Lyrik akzentuiert das saisonale Wechselspiel der Elemente und Temperaturen, das Drama die handlungsentscheidende Funktion des Augenblicks, und im Roman kommt zutage, wie unterschiedlich gleiche Zeitstrecken erlebt oder genutzt werden.

Dieses Buch stellt Texte und Motivzusammenhänge vor, in denen die Zeit selbst im Vordergrund steht und in ihrer Mannigfaltigkeit zu Wort kommt. Die Studie setzt vor 1800 ein mit jener doppelten Neugründung astronomischer und gesellschaftlicher Zeit, die durch den französischen Revolutionskalender angestossen und dann flankiert wurde von einer naturpoetischen Ästhetik des Jahreslaufs (Rousseau, Schiller, Hölderlin). Relativiert ist dadurch die kanonische Autorität des Kirchenjahres, dessen seelsorgerische Programmatik in Droste-Hülshoffs Geistlichem Jahr noch einmal zur existentiellen Entfaltung gelangt. Schon aber treibt Büchners Dramatik die melancholische und die komödiantische Seite eines durch Arbeit entleerten Daseins hervor. In der Moderne sind es die widerstreitenden Kräfte von langer Dauer und Plötzlichkeit (Thomas Mann), von archaischer Elementarzeit und Uhrenkunst (Ernst Jünger), die an den grossen Zeitstrom unterhalb des Wechsels gesellschaftlicher Ordnungen erinnern, zuletzt in der Wiederkehr des Kalendererzählers am Schnittpunkt von historischer Dokumentation und politischer Einbildungskraft (Alexander Kluge).

Ein Buch über die Zeit als den Taktgeber der Literatur und des kulturellen Lebens. Es reflektiert in intensiven Auseinandersetzungen mit poetischen Werken das menschliche Bedürfnis, sich in gemeinsamen Rhythmen zu bewegen und zugleich darin die Zeitlichkeit einer je eigenen Geschichte zu erfahren


Titel & Produktsprache

TitelDie Zeit schreiben
UntertitelJahreszeiten, Uhren und Kalender als Taktgeber der Literatur
ReiheSchwabe reflexe
SpracheDeutsch
Reihenbandnummer30
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Titel & Produktsprache

TitelDie Zeit schreiben
UntertitelJahreszeiten, Uhren und Kalender als Taktgeber der Literatur
ReiheSchwabe reflexe
SpracheDeutsch
Reihenbandnummer30

Autoren & Verlag

Autor/-inAlexander Honold
Verlagschwabe

Auflage & Publikationsort

Erscheinungsjahr2013

Buch Eigenschaften

EinbandartSoftcover
Seiten293
ThemenbereichEssays, Feuilleton, Literaturkritik, Interviews

Produktdimensionen

Gewicht292 g
Höhe19.5 cm
Breite12 cm
Dicke1.7 cm

ISBN

ISBN978-3-7965-3193-4

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