Kaufberater Drohne

Du möchtest eine Drohne kaufen, aber verlierst bei der Vielzahl an Modellen und Typen den Überblick? In diesem Kaufberater zeigen wir dir, worauf du vor dem Kauf einer neuen Drohne achten solltest und verraten dir, welche Drohne am besten für dich geeignet ist.

Drohnen: Wendige Flugmaschinen für Hobby-Piloten

Mit einer Drohne kann fast jeder zum Piloten werden. Die kompakten Flugmaschinen sind meist mit vier Rotoren ausgestattet und werden daher auch als «Quadrocopter» (von lateinisch «quattuor» für «vier») bezeichnet. Die Bauweise mit vier voneinander unabhängigen Propellern sorgt für ein überaus gutmütiges und stabiles Flugverhalten.

Ein intelligenter Flug-Controller bewirkt durch Korrekturen der Drehzahlen der einzelnen Rotoren, dass die Drohne präzise deinen Steuerkommandos folgt und automatisch die Position in der Luft halten kann. Im Vergleich zu klassischen ferngesteuerten Helikoptern und Flugzeugen fliegen sich Drohnen deutlich leichter und lassen sich auch von weniger erfahrenen Hobby-Piloten zuverlässig in der Luft bewegen. Das macht Quadrocopter zu idealen Fluggeräten für Kids, Jugendliche und Erwachsene, die bislang keine oder nur wenig Erfahrungen im Umgang mit ferngesteuerten Modellen sammeln konnten.

Einstieg in die Welt der Drohnen mit Micro- und Spielzeugdrohnen

In der Einsteigerklasse findest du besonders kompakte und leichte Drohnen. Für 30 bis 100 CHF bekommst du stabil konstruierte Fluggeräte, die teilweise mit einem Rotorschutz ausgestattet sind, die auch Indoor-Flüge möglich machen. Aufgrund ihrer geringen Grösse und der robusten Bauweise halten diese als Micro- oder Spielzeugdrohnen bezeichneten Fluggeräte auch mal eine Kollision mit Einrichtungsgegenständen oder einen Absturz aus geringer Höhe aus. Damit sind solche Modelle hervorragend für Kinder ab 8 Jahren und jung gebliebene Erwachsene geeignet, die drinnen oder draussen ungezwungenen Flugspass ohne grosses finanzielles Risiko geniessen möchten.

Gut zu wissen: Da die grundlegende Steuerung über die mitgelieferte Funkfernbedienung identisch mit grösseren Drohnen ist, kannst du mit Mini-Quardrocoptern ganz entspannt deine ersten Flugerfahrungen sammeln, bevor du auf eine teurere Kamera- oder Renn-Drohne umsteigst.

Spielzeug- und Micro-Drohnen gibt es auch mit eingebauter Kamera. Dabei handelt es sich um fest im Rumpf verbaute, kleine Mini-Kameras, die in Sachen Bildqualität und Auflösung mit dem Objektiv eines einfachen Mobiltelefons vergleichbar sind. Damit nimmst du deine ersten Flugmanöver auf und speicherst sie wie bei einer herkömmlichen Digitalkamera auf einer SD-Speicherkarte.

Faszinierende Luftaufnahmen mit Kamera-Drohnen

Der mit Abstand beliebteste Einsatzbereich von Drohnen ist das Fotografieren oder Filmen aus luftiger Höhe. Entsprechend gross und vielfältig ist das Angebot in der Kategorie der Kamera-Drohnen. Ab rund 100 CHF bekommst du die günstigsten Drohnen mit HD-Kameras, die in das Gehäuse der Flugmaschine integriert sind. Diese nehmen Bilder und Videos in den Auflösungen 720p oder 1080p auf und legen die Bilddaten auf einer Speicherkarte ab, die du in einen Schacht im Rumpf steckst. Im mittleren und oberen Preisbereich zwischen 300 und 3000 CHF sind auch gestochen scharfe Aufnahmen in UHD- (Ultra HD-) oder 4K-Qualität möglich. Solche Modelle bieten meist auch eine bessere Bildstabilität, da die Kamera nicht fest in den Rumpf integriert ist, sondern an einer beweglichen Halterung (Fachjargon «Gimbal») an der Unterseite des Quardrocopters befestigt wird. Für eine optimale Bildkontrolle senden hochwertige Kamera-Drohnen das aktuelle Videobild direkt an einen in die Fernbedienung integrierten Monitor oder an ein externes Gerät wie Smartphone oder Tablet.

Voll im Trend sind leichte und kompakte «Selfie-Drohnen», die sich über das Smartphone steuern lassen und hochwertige Videoaufnahmen und Schnappschüsse über eine integrierte Rumpfkamera anfertigen. Solche Modelle sind im mittleren Preisbereich zwischen 300 und 600 CHF zu finden. Durch eine Vielzahl an Sensoren und Automatikfunktionen hältst du eine Selfie-Drohne besonders zuverlässig in der Luft und kannst sie auch als Einsteiger ohne Probleme steuern.

Racing-Drohnen: Spannende Wettrennen mit Höchstgeschwindigkeit

Renn- oder Racing-Drohnen (kurz «Racer») sind in der Drohnen-Szene das Äquivalent zum Supersportwagen im Automobilbereich. Die auf ein extrem geringes Gewicht und hohe Motorleistung getrimmten Rennmaschinen erreichen Geschwindigkeiten von mehr als 100 km/h. Die schnellsten bekannten Drohnen kommen auf weit über 200 Kilometer pro Stunde.

Renn-Drohnen werden in der Regel nicht auf Sicht geflogen, sondern über eine FPV-Brille («First Person View»). Über diese auch als «Goggles» bezeichnete Vorrichtung betrachtest das Geschehen sozusagen mit den Augen des virtuellen Piloten, ähnlich einer Virtual-Reality-Brille. Eine Bordkamera funkt die Bilder in Echtzeit an die Fernbedienung, die sie per Kabel an die Monitore in der Brille weiterleitet.

Im Unterschied zu Micro- oder Kamera-Drohnen werden Renn-Drohnen nur selten in einer «Ready to Fly»-Konfiguration (kurz «RTF») angeboten, sondern von handwerklich geschickten Bastlern aus einzelnen Komponenten selbst zusammengebaut. Dazu erwirbst du Rahmen, Motoren, Propeller, Flight-Controller und Sensoren separat und übernimmst die Montage und Verkabelung selbst – Experten sprechen dabei von einem Setup.

Je nach Qualität der einzelnen Komponenten kostet eine Renn-Drohne zwischen 300 und weit über 1.000 CHF. Für den Einstieg in die Materie kannst du auf ein «Almost Ready to Fly»-Modell ausweichen, das alle erforderlichen Bauteile teilweise vormontiert enthält und nur noch um Akku, Fernsteuerung und optische Komponenten ergänzt werden muss. Solche Einsteiger-Racer bekommst du zwischen 300 und 500 CHF.

Auf diese Features solltest du bei der Auswahl deiner Drohne achten

Egal, ob du dich für ein preiswertes Einsteigermodell, eine hochwertige Kamera-Drohne oder einen flotten Racer entscheidest – folgende Spezifikationen solltest du bei der Auswahl deiner Drohne genau unter die Lupe nehmen.

Montagezustand

Die meisten Drohnen werden in «Ready to Fly»-Konfiguration («RTF») angeboten. Das bedeutet: Auspacken, Aufladen, Einrichten und Losfliegen. Alle für den Flug erforderlichen Komponenten inklusive Fernbedienung, Akku und Ladegerät sind im Lieferumfang enthalten. Im Gegensatz dazu setzen «Almost Ready to Fly»-Modelle eine bereits vorhandene oder separat gekaufte Fernbedienung sowie Energieversorgung voraus. Bausätze («Kits») enthalten meist die Einzelteile der Drohne selbst und müssen erst montiert werden.

Flugzeit und Ladedauer

Ein wichtiger Aspekt ist die maximale Flugzeit deiner Drohne mit einer Akkuladung. 20 Minuten gelten als Richtwert für Drohnen aus dem mittleren Preisbereich. Micro- und Spielzeug-Drohnen werden von kleineren Akkus angetrieben, die Flugzeiten zwischen 3 und 10 Minuten erlauben. Semiprofessionelle Kamera-Drohnen im oberen Preissegment zwischen 1000 und 3000 CHF können 20 bis 30 Minuten in der Luft bleiben, bevor sie wieder an die Strom-Tankstelle müssen.

Die Ladezeit liegt je nach Akkukapazität zwischen knapp einer und mehreren Stunden. Beachte beim Aufladen der Batterien: Die in Drohnen häufig verwendeten Lithium-Polymer-Akkus (kurz LiPo) sollten nur an einem dafür vorgesehenen Ladegerät unter Aufsicht geladen werden.

Fernbedienung und Reichweite

Einfache Drohnen kommen mit einer einfachen Fernbedienung ins Haus, die an den Controller einer Spielkonsole erinnert. Kamera-Drohnen ab rund 300 CHF sind in den meisten Fällen mit einer vollwertigen RC-Fernbedienung mit präzisen Joysticks ausgestattet, die an klassische Funkfernbedienungen aus dem Modellflug-Bereich erinnert. Die Steuerung per Smartphone ist entweder alternativ oder bei einigen Modellen ausschliesslich möglich – so setzen beispielsweise Selfie-Drohnen auf die unkomplizierte Kontrolle über das Display deines Mobiltelefons. Viele Fernbedienungen bieten eine Halterung für das Handy, sodass es als Display für die Videoübertragung der Bordkamera genutzt werden kann.

In einigen Fernbedienungen ist ein Farbmonitor (Display) für das Live-Video bereits integriert. Die Reichweite liegt je nach Modell zwischen 30 Metern und 7 Kilometern. Dabei solltest du beachten, dass Drohnen in den meisten europäischen Ländern nur auf Sicht geflogen werden dürfen. Für grössere Distanzen ist eine behördliche Genehmigung erforderlich.

Flugfunktionen und Assistenzsysteme

Über eine Vielzahl von Sensoren und intelligenter Software lassen sich viele Drohnen besonders leicht und komfortabel steuern. Mit einem GPS-Sensor (kurz GPS) kann die Drohne ihre Position exakt ermitteln und in Verbindung mit einem Höhensensor (Altimeter) ihre Position über dem Boden ohne dein Zutun halten – besonders hilfreich für Fluganfänger.

Ebenfalls sehr nützlich für Einsteiger ist eine Objekterkennung zur Verhinderung von Kollisionen oder zum Verfolgen eines Ziels («Follow me») – so kann dir deine Drohne wie ein Hund auf den Fuss folgen. Eine Return-to-Home-Funktion («RTH») nutzt die GPS-Daten, um deine Drohne bei Abriss der Funkverbindung automatisch zum Startpunkt zurückfliegen zu lassen, sodass sie nicht verloren gehen kann.

Eher für Profis gedacht ist eine Wegpunkt-Funktion, mit der deine Drohne eine vorab bestimmte Route abfliegen kann. Dabei ist jedoch eine sehr genaue Planung im Vorfeld erforderlich, damit es nicht zu Kollisionen mit Hindernissen wie Bäumen oder Strommasten kommt.

Kamera und Auflösung

Während bei Micro- und Spielzeugdrohnen die Kamera nur als nette Dreingabe zu betrachten ist und bei Racern meist eine aus Geschwindigkeitsgründen sehr niedrig auflösende Kamera verwendet wird, spielt die verwendete Optik bei Kamera-Drohnen eine entscheidende Rolle. Profis verlassen sich nicht auf eine integrierte Kamera, sondern erwerben eine Drohne mit einer Halterung für eine eigene Digitalkamera oder ein hochauflösendes GoPro-Modell (Actioncam). Die Gimbal-Halterung kompensiert Vibrationen und ruckartige Bewegungen, die bei schnellen Richtungsänderung entstehen. Entscheidest du dich für ein Modell mit vormontierter Kamera, solltest du einen Blick auf die maximale Auflösung werfen. 4K mit 3840 x 2160 oder 4096 x 2160 Bildpunkten gelten mittlerweile als Standard und ermöglichen gestochen scharfe Luftaufnahmen mit vielen Details. Microspot hat hier ein vollumfängliches Sortiment vom Branchenleader DJI im Angebot.

Tipps für den Jungfernflug deiner Drohne

Wenn du folgende Tipps und Sicherheitsmassnahmen beachtest, wird dein erster Drohnenflug zu einem ebenso sicheren wie unvergesslichen Erlebnis:

Schau das Handbuch zur Dohne an.

Prüfe, ob sowohl der Drohnen-Akku als auch die Akkus/Batterien der Fernbedienung vollgeladen sind.

Wähle einen möglichst windstillen Tag für den Jungfernflug aus – Böen können deine Drohne auch mal aus der Bahn werfen.Suche als Übungsplatz ein freies Feld ausserhalb eines Wohngebiets. Achte darauf, dass alle Personen in unmittelbarer Nähe über den folgenden Flug informiert sind. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt kurz BAZL, hat hierfür auch eine Karte mit Flugverbotszonen für ungenehmigte Drohnenflüge erstellt.Bitte in der Nähe befindliche Hundebesitzer, ihre Tiere anzuleinen, damit es nicht zu unerwünschten Verfolgungsjagden kommt.

Wähle eine ebene und glatte Fläche als Startplatz – meide dabei hohes Gras, das mit den Propellern in Kontakt geraten könnte. Hilfreich ist ein Karton als Startplattform.

Nimm einen Sicherheitsabstand von mindestens 10 m zu deiner Drohne ein.

Entsichere und starte die Motoren (siehe Anleitung; meist müssen beide Joysticks gleichzeitig nach links und rechts unten gedrückt werden).

Drücke den Schubregler ganz langsam nach vorne und lass die Drohne langsam auf Augenhöhe steigen.

Prüfe, ob die Höhen- und Positionsregelung funktioniert, indem du den Schubregler loslässt – die Drohne sollte an ihrer Position verweilen. Ansonsten: Sofort landen!

Lass die Drohne auf etwa fünf Meter steigen und drücke den Positionsregler nach vorne, um sie von dir wegfliegen zu lassen.Zieh den Positionsregler zu dir heran, um die Drohne in deine Richtung fliegen zu lassen.Nachdem du die Drohne auch nach links und rechts geflogen hast, drücke den Schubregler nach hinten, um vorsichtig zu landen. Gratulation zu deinem ersten Drohnenflug!

Rechtliches zur Inbetriebnahme einer Drohne in der Schweiz

Vor der Inbetriebnahme der Drohne ist es wichtig, dass du dich umfassend über die gesetzlichen Einschränkungen und Grundlagen informierst. Sobald du im öffentlichen Luftraum unterwegs bist, gibt es einige Regeln (siehe auch die unten stehenden Hyperlinks) zu beachten. Hierfür haben wir für dich die wichtigsten Vorschriften vom Bundesamt für Zivilluftfahrt kurz BAZL zusammengefasst.

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt ist für die zivile Luftfahrt in der Schweiz zuständig und sorgt u.a. mit Regelungen dafür, dass der Luftverkehr in der Schweiz ein hohes Sicherheitsniveau aufweist - Drohnen sind Luftfahrtgeräte und unterstehen damit ebenfalls dem Aufsichts- und Regelungsbereich des BAZL.

Nachfolgend haben wir eine Auswahl von Praxisfragen aufgeführt, die aus einem Fragenkatalog stammen, den das BAZL veröffentlicht hat. Diese vermitteln dir einen ersten Eindruck, was du zu beachten hast (alle Fragen und Antworten findest du beim BAZL)

Unterstützung durch das BAZL

Entdecke auf der Website vom BAZL eine Karte, die dich genauestens über die Einschränkungsgebiete für Drohnen informiert. Hier geht es zur Karte

Das BAZL bietet dir zudem einen Drohnen-Guide in Form einer visuellen Entscheidungshilfe wann du ohne Einschränkungen eine Drohne fliegen darfst und in welchen Fällen eine Genehmigung notwendig ist. Ebenfalls findest du auf der Website das Antragsformular, um eine Bewilligung für das Drohnenfliegen unter besonderen Umständen zu beantragen.

Eine gute Übersicht zu sämtlichen aktuellen Regeln und Gesetzen sowie Tipps, die beim Betrieb von Drohnen zu beachten sind, bietet dir die Plattform safedroneflying.aero

Warum eine Versicherung für das Fliegen einer Drohne wichtig ist?

Obwohl derzeit Drohnen erst ab einem Fluggewicht von 500 Gramm versichert werden müssen, empfehlen wir dir unbedingt, auch eine leichtere Drohne vor dem ersten Flug zu versichern, da auch sie eine erhebliche Gefährdung darstellen kann.Den Versicherungsschutz klärst du am besten mit deiner bestehenden Haftpflichtversicherung ab. Entweder ist dort bereits der Drohnenflug mitversichert oder du kannst eine Zusatzversicherung abschliessen. Ferner ist gesetzlich geregelt, dass du den Versicherungsnachweis stets bei dir haben musst, wenn du deine Drohne fliegen lässt.