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Im Test: SONY Vlog Kamera ZV-1

Eine Kamera speziell für Vlogger – funktioniert das? Unser Experte Yannick Kratochvil hat die SONY ZV-1 für euch auf Herz und Nieren getestet und war durchaus angetan.

Verarbeitung und Ausstattung

Die Ähnlichkeit der ZV-1 zur RX100-Serie ist nicht zu übersehen. Die Grösse und das Gewicht sind plus/minus gleich. Man könnte sogar sagen, dass die ZV-1 eine für Vlogging überarbeitete RX100 Mark V ist, da das gleiche ZEISS 24-70mm f1.8-2.8 Objektiv und der gleiche Exmor RS 1.0” CMOS-Sensor mit ca. 20.1 MP verbaut sind. Bei den Aufnahmen – seien es Videos oder Fotos – erwartet man RX100-Serie-Qualität und man wird nicht enttäuscht.

Doch bei genauerem Hinsehen offenbaren sich einem dann doch einige markante Unterschiede. Der wohl wichtigste fürs Vlogging ist der seitlich ausklappbare Bildschirm, welcher sich gegen oben um ca. 180° und gegen unten um ca. 90° drehen lässt (im ausgeklappten Zustand versteht sich). Ein Novum seitens Sony. Filmt man sich also selbst, ob aus der Hand oder vom Stativ, sieht man, was man aufnimmt. Sony hatte bei älteren Kameras bereits eine Lösung, bei welcher der Bildschirm so weit nach oben geklappt werden konnte, dass er von vorne oberhalb der Kamera zu sehen war. Dies war oder ist zwar für Selfies ganz okay, doch für Vlogger und Vloggerinnen völlig unpraktisch, da es den Gebrauch eines externen Mikrofons verunmöglicht.

Nebst dem ausklappbaren Bildschirm hat die ZV-1 im Vergleich zu einer Kamera der RX100-Serie einen Griff, der einem einen sichereren Halt gewährleistet. Fürs Vloggen empfiehlt es sich aber dennoch, ein kleines Stativ wie das SONY GP-VPT2BT oder ein Joby zu verwenden. Dies gibt zusätzliche Sicherheit beim Halten und man gewinnt nochmals 10 bis 15 Zentimeter zwischen seinem Gesicht und dem Objektiv, um den Bildausschnitt der minimalen Brennweite von 24mm noch ein wenig zu vergrössern. Die 24mm sind zwar ausreichend, doch wäre fürs Vloggen mehr Weitwinkel und weniger Tele wünschenswert gewesen.

Viele praktische Funktionen

Zugunsten eines direktionalen 3-Kapsel-Mikrofons und eines Multi-Interface-Zubehörschuhs wurde auf einen eingebauten Blitz und einen elektronischen Sucher verzichtet, was durchaus Sinn macht. Wer braucht fürs Vloggen schon einen Blitz oder einen elektronischen Sucher? Ton ist da viel wichtiger… Das Mikrofon liefert in Anbetracht dessen, dass es verbaut ist, sehr gute Ergebnisse auch bei störenden Umgebungsgeräuschen. Für alle, die sich ab und an mal draussen aufnehmen, wird auch ein Windschutz mitgeliefert. All jene mit sehr hohen Soundqualitätsansprüchen haben die Möglichkeit, über den Zubehörschuh ein externes Aufsteckmikrofon zu verwenden.

Weitere Unterschiede sind der grössere und auf der Oberseite platzierte Videoaufnahme-Knopf, das fehlende Modus-Wählrad, welches durch einen Mode Button ersetzt wurde und der fehlende drehbare Objektivring, welcher bei RX100-Serie-Kameras je nach Konfiguration zum Zoomen, verstellen der Blende/ISO/Verschlusszeit, etc. verwendet werden kann. Grundsätzlich wäre der Verzicht auf das Modus-Wählrad und den drehbaren Objektivring verkraftbar, wenn denn sämtliche oder wenigstens die wichtigsten Einstellungsmöglichkeiten auch über den Touchscreen bedient werden könnten. Doch dieser kann auch im Jahr 2020 nur zum Fokussieren verwendet werden. Somit ist man für sämtliche Einstellungen auf das einzelne Funktionsrad auf der Rückseite der Kamera und zwei konfigurierbare Knöpfe beschränkt.

Ach, und dann ist da noch das "Tally light": die Kamerakontrolllampe auf der Vorderseite der Kamera. Ein kleines, aber nicht zu unterschätzendes Gimmik. Denn es gibt nichts Ärgerlicheres als wenn man nach einer vermeintlich gelungen Aufnahme merkt, dass man vergessen hat, den REC-Knopf zu drücken.

Gesicht-/Augenautofokus

Sony revolutionierte den Kameramarkt mit ihrem Gesichts- und Augenautofokus. Andere Kameraherstellern implementieren dieses Feature zwar mittlerweile auch in ihren neuen Kameras, doch Sony war Vorreiter. Davon profitiert nun auch die ZV-1. Der Gesichts- und Augenautofokus funktioniert wie gewohnt schnell, präzise und verlässlich. Man muss sich keine Gedanken darüber machen, ob nun das eigene Gesicht auch scharf ist. Der Autofokus der ZV-1 ist grundsätzlich sehr schnell und präzise. Filmt man sich beispielsweise selbst, schwenkt die Kamera dann auf etwas in seiner Umgebung, das man zeigen möchte und wieder zurück auf sich selbst, gehen die Fokusübergänge zügig und genau vonstatten.

Bokeh-Taste

Dank des 1.0” Sensors und der Blende f1.8 (bei 24mm) kann zudem ein schöner Bokeh-Effekt erzeugt werden. Für alle, die nicht wissen, was Bokeh oder Tiefenschärfe ist: Das ist, wenn sich das Objekt, zum Beispiel der Vlogger oder die Vloggerin, vom Hintergrund abhebt, da dieser unscharf ist und verwaschen erscheint. Damit wird erreicht, dass die Aufmerksamkeit des Betrachters nicht vom Wesentlichen abgelenkt wird. Bei der ZV-1 gibt es eigens dafür eine Bokeh-Taste, die darauf konfiguriert ist, genau diesen Effekt hervorzurufen. Aber anders als bei Smartphones wird er nicht digital herbeigeführt, sondern die Kamera stellt bei Betätigen der Taste die maximale Blendenöffnung ein.

Produktpräsentationseinstellung

Ein weiteres interessantes Feature ist die Produktpräsentationseinstellung. Wer kennt nicht die Youtube-Videos, in denen jemand etwas vor die Kamera hält und es geht eine gefühlte Ewigkeit, bis es scharf ist. Die Produktpräsentationseinstellung schafft hier Abhilfe. Sie hat zur Folge, dass die Kamera automatisch auf das Produkt fokussiert, wenn man sich selbst filmt und Produkte präsentiert, welche man zwischen sich und die Kamera hält. Dies macht sie beeindruckend schnell und zuverlässig.

Gesichtsprioritäts-Belichtung

Licht, Schatten, Licht, Schatten... Beim Filmen und Vloggen draussen hat man oft mit wechselnden Lichtverhältnissen zu kämpfen. Vor allem beim Vloggen im Gehen ist das Gesicht aus diesem Grund oft unter- oder überbelichtet. Auch hierfür ist die ZV-1 gewappnet dank Gesichtsprioritäts-Belichtung. Diese stellt sicher, dass die automatische Belichtung so reguliert, dass das Gesicht bestmöglich belichtet ist. Dies funktioniert zwar nicht in Perfektion, aber ist für die meisten Ansprüche mehr als ausreichend.

Soft-Skin-Effekt

Die meisten werden dies schon von ihrem Smartphone kennen. Der Effekt glättet die Haut, um Pickel und sonstige Unreinheiten zu kaschieren. Bei der ZV-1 steht dieser Effekt in 3 Stufen zur Verfügung: Low, Mid und High. Low ist meines Erachtens noch brauchbar, bei Mid kann noch diskutiert werden, aber bei High sieht das Ganze dann doch sehr künstlich aus.

Fazit

Mit der ZV-1 hat Sony eine solide Vlogging-Kamera auf den Markt gebracht, welche zurzeit ihresgleichen sucht. Für diesen spezifischen Bereich vereint sie viele interessante und hilfreiche Features in einem kompakten Format, was einem die Arbeit definitiv erleichtert. Hätte sie ein Objektiv mit einer Brennweite von 16-35mm (Kleinbildäquivalent) wäre sie für diesen Bereich nahezu perfekt.

Für wen sehe ich diese Kamera?

Die Kamera eignet sich meiner Meinung nach hauptsächlich für zwei Arten von Content-Kreatoren. Einerseits ist sie ein super Tool für Vlogger/innen und Neueinsteiger in diesen Bereich. Sie vereinfacht mit den zur Verfügung stehenden Features den Aufnahmeprozess und lässt so mehr Raum, um seine Kreativität auszuleben. Andererseits eignet sie sich super als Zweitkamera für Videografen, die schon mit einer Kamera mit Wechselobjektiv Content kreieren und Vloggingabschnitte in ihren Videos integrieren. Für diese Usergruppen ist sie eine klare Empfehlung! Für all jene, welche hauptsächlich Fotos und Videos (ohne Vlogging-Content) aufnehmen möchten, gibt es bessere Alternativen auf dem Markt, beispielsweise eine Kamera aus der RX100-Serie.

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